Der MATEIN Rucksack für 28 € tritt mit einem klaren Versprechen an: viel Organisation, ein 17-Zoll-Laptopfach und vorne eine isolierte Kühltasche, die laut Konzept sogar bis zu zehn Dosen aufnehmen soll. Im Praxistest wirkt das zunächst wie Spielerei – erweist sich dann aber als der Teil, der den Rucksack von vielen günstigen Standardmodellen absetzt.
Aufteilung: viele Fächer, ohne „Kamerarucksack-Overkill“
Klassische Kamerarucksäcke setzen oft auf ein großes, gepolstertes Hauptfach mit frei konfigurierbaren Trennern. Das ist praktisch, wenn man mehrere Objektive und viel Glas transportiert – wirkt im Alltag mit moderner, kompakterer Ausrüstung aber schnell wie Platzverschwendung. Der Laptop Rucksack für 28 € geht den anderen Weg: Er verteilt Stauraum in mehrere Zonen, sodass sich Arbeits- und Technikzeug sauber trennen lässt.
Im Test passt die typische „Creator- und Pendlerladung“ problemlos hinein: Laptop, zusätzlich ein reMarkable, dazu Drohne, kompakte Kamera (im Alltag genutzt: DJI Osmo Pocket 4), Fernsteuerung, Mikrofone, Speicherkarten, Kabel sowie Kleinkram wie Sonnenbrille, Handcreme und Medikamente. Auffällig: Trotz dieser Mischung bleibt das große Hauptfach noch nutzbar – es ist also kein Rucksack, der nach „Laptop plus zwei Gadgets“ schon am Anschlag ist.
17-Zoll-Laptopfach: gepolstert und im Alltag beruhigend „safe“
Das Laptopfach ist im Test innen und außen gepolstert; zusätzlich lässt sich das Gerät darin fixieren/sichern. Neben dem Laptop steckt im Alltag regelmäßig noch ein zweites flaches Gerät (hier: reMarkable) mit im Fach, außerdem passen auch Bücher dazu. Das ist kaufrelevant, weil es genau das Szenario vieler Pendler trifft: Arbeitsgerät plus Lesestoff, ohne dass beides im Hauptfach zwischen Zubehör herumrutscht.
Isoliertes Frontfach: Kühltasche zweckentfremdet – und genau deshalb praktisch
Vorne sitzt das isolierte Fach, das als Kühltasche gedacht ist. Die Herstelleridee: zehn Dosen sollen hineinpassen, wahlweise zum Kühlen oder Warmhalten. Im Test funktioniert das Volumenversprechen grundsätzlich – der Clou ist aber die Zweckentfremdung: Das Fach nimmt kompakten Kamera- und Video-Kram als getrennte Zone auf, also genau die Dinge, die man schnell greifen will, ohne das ganze Hauptfach aufzureißen.
Hilfreich ist dabei ein Detail: Im isolierten Bereich gibt es ein weiteres kleines Täschchen (naheliegend für Besteck). Wichtig für den Alltag ist weniger die Besteckfrage als die Eigenschaft des Fachs selbst: Es ist als einlaufsicher/auslaufsicher ausgelegt. Bei Regen muss man zumindest in diesem Bereich nicht damit rechnen, dass ein feuchter Inhalt sofort in den Rucksack zieht – das ist bei „normalen“ Fronttaschen oft anders.
Kleinteile, Reise-Features und Seitentaschen
Bei den Zusatzfächern spielt der Rucksack seine Alltagsstärke aus. Es gibt ein mittleres Fach, in das im Test Kleinteile wie Stifte und Schlüssel wandern; ein weiteres, kleines Fach eignet sich für Dinge, die man nicht suchen will (hier etwa Oropax oder Rennie). Dazu kommt vorne noch eine separate Tasche, die sich im Alltag für schnell greifbare Teile wie die Sonnenbrille anbietet.
Praktisch für Reise und Arbeitsweg: Seitentaschen auf beiden Seiten nehmen Wasserflaschen auf. Außerdem besitzt der Rucksack ein gepolstertes Fach für AirTag und Dokumente – das sitzt so, dass es am Rücken nicht unangenehm drückt. Und: Es gibt eine Trolley-Schlaufe, mit der der Rucksack auf einem Koffergriff sitzt, ohne seitlich herunterzurutschen. Gerade am Flughafen ist das ein echtes Komfortmerkmal, weil der Rucksack dann nicht permanent auf dem Rücken hängen muss.
Hauptfach und Stativ: innen verstaut statt „außen am Zoll-Problem“
Im großen Hauptfach lässt sich im Test ein Stativ unterbringen. Das klingt banal, ist aber im Reisealltag relevant: Statt das Stativ außen in eine Seitentasche zu stecken, sitzt es hier innen und fällt an der Sicherheitskontrolle weniger als „schnell greifbarer Stock“ auf. Zusätzlich gibt es im Hauptfach zwei Mesh-Netze, in denen Kleinteile oder Kleidung Platz finden; im Test passen dort noch locker ein paar Kleidungsstücke (z. B. Hosen, Pullover) für Hotelübernachtungen hinein.
Tragekomfort: bequem, aber ohne Brust- und Hüftgurt
Der MATEIN Rucksack trägt sich im Test auf einem Arm und auf beiden Schultern bequem, die Polsterung wirkt ausreichend für typische Pendler- und Reisetage. Was fehlt, sind Brust- oder Hüftgurte, wie man sie von Trekking- oder schweren Fototaschen kennt. Wer regelmäßig sehr schwer belädt oder lange Strecken zu Fuß geht, bekommt hier also keine zusätzliche Lastverteilung – dafür bleibt das Tragesystem angenehm simpel und schnell angelegt.
Regen: wasserabweisend – Zusatzschutz sinnvoll
Der MATEIN Rucksack wird als regen- und wasserabweisend beschrieben. Im Test bleibt als Empfehlung: zusätzlich imprägnieren, wenn der Rucksack häufig bei schlechtem Wetter eingesetzt wird. Für Reisen in echte Regenperioden bietet sich außerdem ein Regenschutz-Überzug an, damit wirklich kein Tropfen durchkommt. Eine vollständige Wasserdichtigkeit ist hier nicht belegt – und auch nicht zu erwarten.
Preis und Einordnung: günstige Alternative, mit klarer Zielgruppe
Im Test lag der Kaufpreis bei rund 28 Euro; aktuell: aktuell nicht abrufbar. Bei der Einordnung hilft der direkte Vergleich: Für „richtige“ Kamera-/Laptoprucksäcke werden schnell um 100 Euro fällig. Der MATEIN Rucksack für 28 € ersetzt solche Spezialtaschen nicht dann, wenn man ein großes DSLR-System mit mehreren Objektiven und viel Polsterung transportiert – dafür fehlt die modulare, dick gepolsterte Innenaufteilung. Er passt aber sehr gut, wenn die Ausrüstung eher modern und kompakt ist (Drohne, Pocket-Kamera, Fernsteuerung, Mikrofone) und wenn neben Technik auch Arbeits- oder Reisegepäck mit soll.
Damit ist die Zielgruppe klar umrissen: Schüler, Studenten, Pendler und Creator mit kleiner Standard-Ausrüstung. Wer dagegen mit umfangreicher DSLR-Ausrüstung samt mehreren Objektiven unterwegs ist, wird mit einem dedizierten Kamerarucksack weiterhin besser fahren.