Der Einhell Professional GP-LB 36/270 Li E BL-Solo sieht aus, als hätte jemand einen Laubbläser mit einem Metalldetektor gekreuzt – und genau das ist seine Pointe. Die Düse sitzt unten nah am Boden, das Gewicht (Akkus) wandert nach oben an den Arm. Dadurch kommt der Luftstoß dahin, wo er gebraucht wird, ohne dass man permanent mit ausgestreckten Armen ein langes Rohr balanciert.

Konzept und Ergonomie: Düse unten, Akku oben

Das Armauflage-/Unterarm-Konzept funktioniert im Alltag überraschend gut: Das Gerät liegt stabil am Arm, die Luftführung lässt sich nah am Untergrund halten und die Hand muss weniger „tragen“ als bei klassischen Bauformen. Praktisch ist auch die Verstellbarkeit vorne: Der Blaskopf lässt sich in vier Stufen anpassen, damit der Luftstrom in unterschiedlichen Situationen passt – etwa entlang von Kanten oder direkt über dem Rasen.

Bedienung: stufenlos regeln, bei Bedarf Boost

Die Leistung stellt der Laubbläser über ein Drehrad stufenlos ein. Für kurze, harte Einsätze gibt es zusätzlich einen Boostknopf. Im Test ist der Boost oft gar nicht nötig: Schon mit moderater Einstellung fliegt Laub zügig weg, während der Boost dann hilft, wenn es „klebt“ oder größere Teile im Weg liegen.

Leistung im Praxistest: trocken, nass, grob

In der Praxis räumt das Gerät nicht nur loses Herbstlaub ab. Auch größere Stöcke, Eicheln und anderer grober Kram verschwinden innerhalb weniger Sekunden aus Einfahrten und von Flächen. Interessant wird es bei nassem Laub – dem klassischen Stimmungskiller vieler Bläser. Hier zeigt sich: Selbst nasses Laub auf dem Rasen lässt sich zuverlässig „hochziehen“ und wegblasen, ohne dass die Leistung sichtbar einbricht.

Ein direkter Vergleich mit einem benannten Benzin-Laubbläser (Stihl BG56) fällt deutlich aus: Der Einhell schiebt im Test spürbar stärker, das Holzstück, das beim Stihl eher sitzen bleibt, gerät beim Einhell schnell in Bewegung. Herstellerseitig stehen dafür bis zu 270 km/h Luftgeschwindigkeit im Datenblatt; die im Test erlebte Durchsetzungskraft passt zu dieser Größenordnung.

Weniger Staub durch bodennahen Luftstrom

Ein angenehmer Nebeneffekt des Konzepts: Weil die Düse dicht über dem Boden geführt wird, lässt sich der Luftstrom gezielter einsetzen. Im Test wirbelt das tendenziell weniger Staub auf als bei klassischen Laubbläsern, die konstruktionsbedingt weiter weg vom Boden arbeiten. Komplett staubfrei wird’s nicht – aber die Richtung stimmt.

Akkus, System und Laufzeit

Das Gerät läuft mit Einhells 18-Volt-Akkus (Power-X-Change) – es sind also keine „Spezialakkus“ nötig. Es passen schmale und große Akkus, und mit Adapter funktioniert auch der Betrieb mit Fremdakkus. Laut Hersteller arbeitet der Bläser mit 36 Volt durch zwei 18-V-Akkus; wichtig dabei: Die hier getestete Solo-Version kommt ohne Akkus und Ladegerät, man braucht also zwei passende 18-V-Akkus.

Die Laufzeit hängt stark von der Akkugröße ab: Im Test reicht sie von 26 Minuten mit kleinem Akku bis zu 104 Minuten mit den größten Akkus. Das ist praxisnah: Für kurze Reinigungsrunden reicht kleineres Besteck, für längere Flächen zahlt sich Kapazität aus.

Verarbeitung und Lautstärke: günstig, aber nicht billig

Einhell gilt lange als Preisbrecher-Marke, hier wirkt das Werkzeug aber deutlich erwachsener. Griffe und Gummierung machen einen stabilen Eindruck, und die Haptik passt zu einem Gerät, das regelmäßig im Gartenbetrieb landet. Von der Lautstärke her bleibt der Laubbläser im Test „im grünen Bereich“; Gehörschutz ist dennoch sinnvoll, gerade wenn man länger arbeitet oder häufig den Boost nutzt.

Preis und Einordnung

Im Test kostete das Gerät 144,90. Aktuell: 144,90 €.

Unterm Strich liefert das ungewöhnliche Konzept nicht nur einen Hingucker, sondern vor allem echte Arbeitserleichterung: hohe Power, viel Kontrolle über den Luftstrom und eine Ergonomie, die klassischen Bläsern spürbar davonläuft.