Der Kodak Mini 2 Retro ist ein mobiler Fotodrucker im Hemdtaschen-Format: klein genug, um wirklich dabei zu sein, und gedacht für Situationen, in denen ein Lieblingsbild nicht im Smartphone-Archiv verschwinden soll, sondern sofort als Foto auf dem Tisch liegt.

Handtaschentauglich, lädt per USB-C – das Kabel nervt trotzdem

Das Gerät passt in eine Hemdtasche und arbeitet mit Akku. Geladen wird über USB-C, ein Netzteil liegt nicht vor. Im Karton steckt ein USB-auf-USB-C-Kabel – funktional, aber im Alltag genau die Sorte Kabel, die man heute eigentlich nicht mehr neu kaufen möchte, wenn am anderen Ende dann doch wieder USB-C praktischer wäre.

Im Alltag reicht eine Akkuladung für ungefähr 25 Ausdrucke. Wer den Drucker als Party- oder Reisebegleiter nutzt, kommt damit durch einen Abend – für lange Serien ist danach Nachladen angesagt.

Einrichtung und App: Bluetooth, Akkuanzeige, Bearbeitung und Collagen

Die Verbindung läuft per Bluetooth mit dem Smartphone. Gedruckt wird über die Kodak-App. Die zeigt den Akkustand in Prozent an und bietet mehr als nur „Foto auswählen und los“: Filter, einfache Bildanpassungen (etwa Helligkeit) und Collagen sind direkt an Bord.

Praktisch: Es lassen sich maximal fünf Bilder in eine Warteschlange legen. Das verhindert, dass man aus Versehen gleich die ganze Kamerarolle losschickt – bremst aber, wenn man bewusst viele Fotos am Stück drucken will.

4PASS-Farbsublimation: Schicht für Schicht, am Ende laminiert

Gedruckt wird im Vierpass-Farbsublimationsdruck (4PASS). Dabei läuft das Bild in mehreren Durchgängen durch den Drucker; die letzte Lage ist eine Schutzlaminierung. In der Praxis sorgt das für Fotos, die in der Anmutung „wie aus dem Labor“ wirken und nicht nach typischem Sofortbild-Gimmick aussehen. Gleichzeitig sind die Ausdrucke unempfindlich gegen leichte Wassertropfen – ein Glas am Rand kippt also nicht sofort die Erinnerung um.

Das Format fällt kompakt aus: 5,3 × 8,6 cm. Unten am Ausdruck sitzt eine vorperforierte Kante, die sich sauber abtrennen lässt. In der App ist außerdem umschaltbar, ob die Fotos im Retro-Look mit Rand oder ohne Rand ausgegeben werden.

Tempo und Format: gut für einzelne Favoriten, zäh für Stapel

Ein Ausdruck dauert etwa 30 bis 50 Sekunden. Für ein einzelnes Foto zum Verschenken ist das okay – man wartet kurz, bekommt ein fertiges Bild in die Hand, fertig. Wer dagegen 50 Urlaubsfotos „wegdrucken“ möchte, sitzt sehr lange daneben. Der Mini im Namen gilt eben auch fürs Einsatzprofil.

Auch das kleine Format ist eine klare Ansage: Für Fotowand, Tagebuch, Freundebuch oder als schnelle Erinnerung passt es; als Ersatz für klassische 10×15-Abzüge oder für Albumseiten ist es schlicht zu klein.

Kassetten und Verbrauchskosten: 42 Cent pro Bild (Stand Testkauf)

Der Drucker selbst lag im Test bei rund 100 €; als aktueller Kaufpreis gilt: 84,99 €.

Das Nachfüllpaket mit 60 Bildern kostete im Test 24,99 €. Daraus ergeben sich rund 42 Cent pro Bild. Das ist teurer als Laborabzüge und in vielen Fällen auch teurer als ein Ausdruck am eigenen Fotodrucker auf Fotopapier. Im Vergleich zu anderen mobilen Lösungen sieht es aber besser aus: Für HP wurden im Test etwa 58 Cent, für Canon 59 Cent, für Polaroid Hi-Print 75 bis 81 Cent und für Fujifilm 95 Cent pro Bild genannt. Klassische Polaroid-Kamera-Sofortbilder lagen im Testumfeld bei etwa 2 € pro Foto.

Wechsel der Kassette: unkompliziert, aber ohne Restanzeige

Die Kassette sitzt unten im Gerät und lässt sich mit wenigen Handgriffen wechseln: alte Kassette raus, neue rein – das klappt im Alltag angenehm stressfrei. Gut auch für unterwegs: Das Material wird nicht wie ein klassischer Sofortbildfilm direkt belichtet; dadurch muss man beim Wechsel keine große Angst vor Sonneneinstrahlung haben.

Ein echter Komfortpunkt fehlt jedoch: Eine Anzeige, wie viele Bilder noch in der Kassette stecken, gibt es am Gerät nicht. Wer mitten in einer Runde druckt, merkt den Füllstand erst dann, wenn Schluss ist.

Einordnung: Drucker pur oder Kombi mit Kamera

Den Drucker gibt es auch im Bundle mit einer Kamera. Im Testumfeld wirkte die Kamera allerdings im Verhältnis zum Drucker deutlich zu groß und in der Handhabung eher unpraktisch, zumal sich auch das Handy verbinden lässt und damit ohnehin die flexibelste Bildquelle ist.

Für wen taugt der Kodak Mini 2 Retro?

Der Kodak Mini 2 Retro spielt seine Stärken aus, wenn Fotos sofort greifbar sein sollen: ein Bild fürs Kind, ein Ausdruck für die Schule, eine kleine Erinnerung aus dem Urlaub, ein Foto zum Mitgeben. Die Bedienung ist intuitiv, die Bildqualität im 4PASS-Druck sehr hoch, und die laufenden Kosten bleiben für diese Geräteklasse vergleichsweise moderat. Wer dagegen große Mengen drucken möchte oder größere Formate braucht, fährt mit Laborabzügen oder einem klassischen Fotodrucker besser.