Der Onkel Kramer Strandstuhl mit Transportfunktion ist so ein Produkt, bei dem man sich fragt, warum man Strandtage jahrelang wie ein Paketbote bestritten hat: Liege auf dem Rücken, Tasche am Arm, noch irgendwas untergeklemmt – und nach 300 Metern hat man eigentlich schon keine Lust mehr auf Wasser. Hier ist die Idee simpel: Die Liege klappt hoch, ein Transportnetz wird eingehakt – und schon wird aus dem Strandstuhl ein Transportwagen, der eher an eine Sackkarre erinnert als an einen klassischen Bollerwagen.
Transportfunktion: Hochklappen, Netz einhaken, Krempel rein
Im Praxistest klappt die Umrüstung ohne Werkzeug: Mechanismus hoch, Transportnetz ausziehen und einhaken. Danach nimmt das Netz ordentlich Volumen auf – genau für das typische Strand-Inventar wie Handtücher, Sonnencreme, Powerbank, Luftmatratze oder auch Grillzeug samt Kohle. Der Hersteller nennt eine Zuladung von bis zu 60 kg; im Test wirkt die Konstruktion dabei plausibel belastbar, weil das Netz nicht nur „Deko“ ist, sondern den Transportzweck tatsächlich trägt.
Der entscheidende Punkt sind die großen, breiten Reifen: Auf Sand rollen sie deutlich entspannter als schmale Räder, und genau dafür ist das Modell gebaut. Wer am Strand auch mal Müll mitnimmt, hat hier schlicht Platz dafür – und muss nicht anfangen, Tüten um Handgelenke zu knoten.
Am Ziel wird wieder eine Liege – und zwar eine bequeme
Ist man angekommen, hängt man das Transportnetz aus und entriegelt den Mechanismus. Dann steht da kein „Bastelwagen“, sondern wieder ein Strandstuhl, der sich wie ein vollwertiges Sitzmöbel anfühlt. Die Liegeposition ist verstellbar; damit klappt nicht nur „hinlegen“, sondern auch aufrechter sitzen – praktisch zum Lesen, ohne dass der Kopf im Sand oder auf einem zusammengeknüllten Handtuch endet.
Zum Komfort gehört ein dickes Kissen beziehungsweise Nackenpolster. Das ist kein Luxusdetail, sondern macht den Unterschied zwischen „kurz ablegen“ und „da bleibe ich jetzt“. Wer regelmäßig lange Tage am Strand verbringt, merkt das.
Preis und Einordnung: Premium-Idee gegen günstige Doppel-Liege
Im Test lag der Preis der Premium-Variante bei rund 95 Euro; aktuell: 39,90 €. Das ist viel Geld für Strandzubehör – vor allem, wenn es am Ende „nur“ eine Liege wäre. Ist es hier aber nicht: Der Nutzwert entsteht durch die Transportfunktion, also genau in dem Moment, in dem man sonst die langen Arme bekommt.
Als klare Gegenposition steht eine günstige Alternative ohne Rollen: Im Test kostet das Set rund 44 Euro für zwei Liegen. Auch diese Variante hat ein Nackenpolster und eine Rückenlehne, die sich so einstellen lässt, dass man aufrecht sitzen und lesen kann. Der Unterschied ist banal, aber kaufentscheidend: Ohne Räder trägt man sein Gepäck eben weiterhin selbst – dafür bekommt man für weniger Geld gleich zwei Plätze.
Für wen taugt das Konzept – und wer spart sich den Aufpreis?
Die Premium-Lösung spielt ihre Stärke aus, wenn viel Zeug mit muss: Familienkram, Strandspielzeug, Kühlkram, Grillgedöns – oder wenn man einfach keine Lust hat, den halben Hausstand in Etappen zu schleppen. Interessant ist das Modell auch abseits vom Strand, etwa fürs Angeln oder fürs Grillen im Park, wo der Weg vom Auto zur Wiese oft länger ist als gedacht.
Wer dagegen vor allem bequem liegen und lesen will, kommt mit der günstigen Doppel-Liege funktional weit – Rückenlehne und Nackenpolster erledigen den Komfortjob, nur eben ohne Transporthilfe. Unterm Strich gilt: Geld gibt man einmal aus. Der Aufpreis lohnt sich nur dann, wenn die Sackkarren-Nummer regelmäßig Arbeit spart.












