Roborock F25 GT, die zweite Generation: Was das Gerät im Alltag anders macht
Der Roborock F25 GT zweite Generation ist kein Akkusauger für Teppiche, sondern ein Wischsauger für Hartböden: Vorne arbeitet eine drehende, feuchte Walze, die Schmutz aufnimmt, während gleichzeitig gesaugt wird. Das Frischwasser kommt aus einem separaten Tank, der aufgesammelte Dreck landet im Schmutzwassertank. Die Idee dahinter ist simpel: statt erst zu saugen und dann zu wischen, passiert beides in einem Arbeitsgang.
Im Test fiel dabei sofort auf, wie kompromisslos das Gerät auf „echte“ Küchen- und Flur-Missgeschicke reagiert: trockene Krümel, „Wollmäuse“ und verschüttete Flüssigkeiten verschwinden schnell, ohne dass man anschließend mit dem Lappen hinterher muss. Herstellerseitig stehen 20.000 Pascal Saugleistung und eine Selbstreinigung mit hoher Temperatur im Raum – entscheidend ist aber, was davon in der Praxis ankommt.
Vorbereitung: Reinigungsmittel, Wasser und Ersatzteile
Zum Lieferumfang gehört Reinigungsmittel. Wichtig ist hier weniger die Marke als die Eigenschaft: Es darf nicht schäumen. Im Alltag reicht ein kleines Käppchen im Frischwassertank; als Wasser eignet sich lauwarmes bis warmes Wasser. Zu heißes Wasser ist keine gute Idee, weil sich Kunststoffbehälter verformen können.
Praktisch: Bürsten und weiteres Zubehör lassen sich nachkaufen. Das ist ein unspektakulärer Punkt, aber kaufrelevant – bei solchen Geräten entscheidet Ersatzteilverfügbarkeit darüber, ob man nach ein paar Jahren eine neue Rolle steckt oder gleich ein neues Gerät kauft.
Bedienung: steht alleine, wischt beim Ankippen
Der Wischsauger kann alleine stehen. Sobald man ihn ankippt, legt er los und wischt. Für die Reinigungsleistung gibt es mindestens zwei sinnvolle Stufen: einen Eco-Modus und einen Max-Modus. Im Alltag ist das genau die Art von Bedienung, die man erwartet: hinstellen, ankippen, los.
Auch nett gelöst: Ein Hebel nimmt beim Herausnehmen der Tanks spürbar die Spannung aus der Mechanik. Damit zieht man die Behälter nicht „auf Krawall“ auseinander, sondern bekommt sie kontrolliert gelöst.
Die Sprachausgabe lässt sich umstellen; im Gerät ist eine breite Sprachauswahl hinterlegt.
Reinigungsleistung im Praxistest: Schmutz weg, Boden fast trocken
Bei trockenem Schmutz und Krümeln zeigt das Gerät, wofür ein Wischsauger gedacht ist: einmal vor, einmal zurück – und die Fläche ist sauber, während die Brühe im Schmutzwassertank landet. Im Test lief dabei nichts über; sobald der Tank voll ist, schaltet das Gerät ab. Das nimmt die Sorge, dass man sich beim „zu viel auf einmal“ eine Pfütze im Gerät einfängt.
Überraschend war weniger, dass der Dreck weg ist, sondern wie trocken der Boden danach wirkt. Nach dem Durchgang bleibt die Fläche nahezu trocken, also ohne das typische „nass gewischt“-Gefühl, bei dem man erstmal nicht drüberlaufen möchte. Wer helle Fliesen hat, bekommt genau den Effekt, den man sehen will: sauber ohne Schlieren-Drama.
Auch bei verschüttetem Kaffee macht das Gerät kurzen Prozess: Die Flüssigkeit wird zügig aufgenommen, ohne dass man erst mit Papier oder Lappen vorarbeiten muss. Gerade bei klebrigen oder färbenden Flüssigkeiten ist das die Kategorie Alltag, die sonst schnell nervt.
Kanten und Ecken: funktioniert, aber nicht magisch
Die Kantenreinigung gelingt, aber mit einer Einschränkung: Um wirklich alles mitzunehmen, muss man seitlich an die Kante heranfahren. Das ist keine Katastrophe, aber eine Erinnerung daran, dass „bis in die Ecke“ in der Praxis bedeutet: Der Nutzer muss den Kopf (und den Wischsauger) kurz mitnehmen.
Haare und Antihair-Wrap: im Test bleibt nichts in der Rolle hängen
Haare sind bei Walzen-Systemen der Klassiker für Frust, weil sie sich gern um die Rolle wickeln und dann per Hand herausgezogen werden müssen. Im Praxistest wurde das gezielt provoziert: Haare wurden verteilt und anschließend aufgenommen. Ergebnis: In der Rolle verfing sich kein einziges Haar; das Material landete dort, wo es hingehört – im Tank.
Reinigungsstation: Walze waschen, dann Heißlufttrocknung
Die Station ist mehr als ein Parkplatz: Sie lädt das Gerät und übernimmt auf Wunsch die Pflege der Walze. Per „Self Cleaning“ läuft die Rolle an, es wird Wasser zugeführt, und der Schmutz wird aus der Walze herausgespült – sichtbar in Richtung Schmutzwassertank. Genau dieser Schritt ist bei Wischsaugern entscheidend, weil klebrige Reste (Cola ist da der Endgegner) sonst an der Rolle hängen bleiben und beim nächsten Einsatz weiteren Dreck binden.
Nach dem Waschen folgt der wichtige Teil: Die Station trocknet den Mop mit Heißluft. Das zielt direkt auf das Hauptproblem dieser Gerätekategorie – feuchte Walzen sind ein Biotop, das irgendwann riecht. Die Trocknung reduziert damit nicht nur Geruchsbildung, sondern auch das Risiko, „den Muff“ beim nächsten Wischen über die Wohnung zu verteilen.
Allerdings: Die Trocknung ist hörbar. Für den Hauswirtschaftsraum passt das, im Wohnzimmer neben dem Lesesessel eher nicht.
Zur Reinigung im Alltag gehört trotzdem Handarbeit: Der Schmutzwassertank lässt sich auskippen, die „Pampe“ danach sieht so aus, wie man es nach einer ordentlichen Bodenaktion erwartet. Einmal durchspülen, wieder einsetzen – fertig.
Akkulaufzeit und Laden: ausreichend, aber mit Geduldsfaktor
Für die Laufzeit nennt Roborock im Eco-Modus 38 Minuten (bis zu 284 Quadratmeter) und im Max-Modus 22 Minuten (bis zu 167 Quadratmeter). Für typische Privathaushalte wirkt das im Alltag ausreichend – zumal ein Wischsauger nicht die Sorte Gerät ist, die man stundenlang am Stück durchlaufen lässt.
Weniger schön: Die Ladezeit liegt bei rund drei bis vier Stunden. Das ist nicht dramatisch, aber spürbar – wer gern „mal eben“ nachlädt und weitermacht, plant besser vorher oder lässt das Gerät sowieso in der Station stehen.
Preis und Einordnung
Im Test lag der Kaufgrund klar beim Angebot: Das Gerät war von 329 auf 179 reduziert. Als aktueller Preis gilt hier: 179,00 €.
Die Preis-Leistung fällt im Ergebnis sehr positiv aus: Die Reinigungsleistung ist stark, die Walze bleibt dank Station nicht als klebriger Schmutzmagnet zurück, und die Haaraufnahme funktioniert ohne Wickel-Chaos. Das ist genau die Kombination, die aus „ganz nett“ ein Gerät macht, das tatsächlich den klassischen Ablauf aus Saugen und Wischen ersetzen kann – zumindest auf Hartböden.








