Das Eseesmart Smart Lock mit Fingerabdrucksensor, Zahlencode, RFID, Bluetooth und WLAN sitzt nicht als wuchtiger Aufsatz auf der Innenseite, sondern ersetzt den Schließzylinder komplett. Außen bedeutet das: Finger auflegen, PIN tippen oder eine RFID-Karte anhalten – innen bleibt es beim Drehknopf. Und wer aus der Ferne öffnen will, nutzt das WLAN-Gateway. Im Alltag macht genau diese Mischung den Reiz aus: Schlüssel suchen wird zur Ausnahme, nicht zur Routine.
Montage: Zylinder raus, Zylinder rein – ohne Bohren
Die Installation verlangt weder Bohrmaschine noch Kabelkanal. Praktisch läuft es auf einen klassischen Zylindertausch hinaus: Die mittige Schraube im Schlosskasten wird gelöst, dann lässt sich der alte Schließzylinder mit leichtem Drehen und Ziehen herausnehmen. Der neue Zylinder wird eingesetzt, ausgerichtet und wieder verschraubt.
Kaufentscheidend ist dabei die einstellbare Länge. Im Test liegen dafür Verlängerungen und passendes Werkzeug bei. Der Zylinder lässt sich so konfigurieren, dass er außen bündig abschließt. Das ist keine Kosmetik, sondern Sicherheits-Hygiene: Wenn zu viel Zylinder übersteht, bietet er Angriffsfläche.
Stromversorgung und „Was-wenn-der-Akku-leer-ist?“
Der Schließzylinder läuft mit vier AAA-Batterien. In der Praxis kommt er damit lange hin: Als grobe Hausnummer werden ein bis anderthalb Jahre Laufzeit genannt. Wichtig fürs Gefühl an der Haustür: Der niedrige Batteriestand wird rechtzeitig gemeldet – in der App und am Gerät.
Und wenn man sämtliche Warnungen konsequent ignoriert? Dann bleibt es nicht beim „Pech gehabt“: Es gibt weiterhin einen mechanischen Schlüssel, der eingesteckt werden kann, um die Tür zu öffnen.
Das WLAN-Gateway wird per USB-C geladen. Es muss nicht zwingend dauerhaft voll sein, funktioniert also nicht als zusätzlicher Batteriefresser im Zylinder, sondern als eigenes Bauteil für die Fernanbindung.
Bedienung im Alltag: Finger, Karte, Code – und per App auch aus der Ferne
Im Test entriegelt das Schloss nach dem Anlernen per Fingerabdruck zügig: Finger drauf, und die Tür ist offen. Auch die Alternativen sind alltagstauglich: Die PIN-Tastatur dient als Backup, wenn der Finger mal nicht will (oder man ihn gerade nicht benutzen möchte), und RFID-Karten entriegeln im Test unmittelbar beim Auflegen.
Fürs Reinlassen aus der Distanz ist WLAN der praktische Joker. Per App lässt sich das Schloss aus der Ferne öffnen – etwa wenn Besuch vor der Tür steht und man selbst gerade nicht zur Tür kann. Per Bluetooth klappt das ebenfalls, benötigt im Test aber einen Moment länger, weil das System erst „aufwacht“.
App: Nutzerverwaltung, Protokoll – aber ohne Zeitpläne
Die App ist deutschsprachig und führt nachvollziehbar durch die Einrichtung. Fingerabdrücke werden über das Menü angelernt (im Test: „Plus“ wählen, Fingerabdruck hinzufügen, auflegen – fertig). Praktisch: Es lassen sich eigene Codes vergeben, Personen zuweisen und später wieder entfernen – sinnvoll für Feriengäste, Reinigungskräfte oder den Zugang für Dienstleister.
Sehr nützlich im Alltag ist die Historie: Sie zeigt, wer geöffnet hat und womit – Fingerabdruck, Schlüssel, Keypad oder RFID. Damit wird aus „War jemand an der Tür?“ ein überprüfbarer Eintrag.
Der klare Kritikpunkt bleibt allerdings kaufrelevant: Es fehlen zeitgesteuerte Zugriffsfenster. Ein Code oder eine Karte kann zwar vergeben und später wieder gelöscht werden, aber „nur werktags von 10 bis 12 Uhr“ ist im Test nicht einstellbar.
Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit
In der Praxis wirkt das System robust. Im Test stecken auch Wasser und Nässe das Schloss weg – selbst nach kräftigem „Einjauchen“ arbeitet es weiter. Dazu kommt die Langzeiterfahrung mit ähnlichen Smart-Locks in einer Haupttür: Die grundlegende Idee „einmal montieren, dann läuft es“ wird hier bestätigt, ohne ständiges Nachkalibrieren.
Preis und Varianten
Für die WLAN-Variante liegt der Preis im Test grob bei rund 190 Euro; Modelle ohne WLAN sind entsprechend günstiger. Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer keine Fernöffnung braucht, kann sparen – wer sie nutzt, bekommt mit dem Gateway genau das Feature, das im Alltag am häufigsten den Gang zur Tür spart. Aktuell: 179,99 €







