Der tepro Toronto 3184 zielt auf genau das, was vielen auf dem normalen Gasgrill fehlt: eine brutale Oberhitze für Röstaromen, damit das Steak außen knackig wird und innen saftig bleibt. Möglich macht das ein Keramikheizer im Deckelbereich und ein Rostsystem mit mehreren Einschubhöhen – die volle Hitze gibt es dabei ganz oben.
Aufbau, Inbetriebnahme und Lieferumfang
In der Praxis ist der Grill schnell startklar. Zum Zünden braucht es allerdings eine separate Batterie: Seitlich wird eine ganz normale AA-Batterie eingeschraubt, erst dann arbeitet der Zünder oben zuverlässig. Das Zündverhalten ist unauffällig – drücken, und die Flamme steht.
Gut: Gasdruckminderer und Schlauch gehören zum Lieferumfang, der Montageaufwand bleibt dadurch niedrig. Man muss nicht erst Zubehör zusammensuchen, um überhaupt loslegen zu können.
Hitze und Timing: So entsteht die Steakhaus-Kruste
Nach rund 90 bis 120 Sekunden Aufheizzeit ist genug Temperatur da, um zu arbeiten. Das Vorgehen ist im Handbuch konkret beschrieben und hat im Test auch genau so funktioniert: Das Steak wird abgetupft und gewürzt, dann 45 Sekunden pro Seite in der obersten Etage angegrillt. In dieser Position zeigt der Grill, wofür er gebaut ist: Es gibt sichtbare Rauchentwicklung und eine sehr schnelle, kräftige Bräunung.
Nach dem Anrösten wandert das Fleisch eine Etage tiefer, um den Gargrad zu treffen. Der Clou: Oben kommt die Kruste, unten kommt die Kontrolle. Dabei lässt sich die Gaszufuhr herunterregeln, und der Garvorgang ist im Test nach kurzer Zeit abgeschlossen.
Gargrad treffen – mit Gefühl oder Thermometer
Den Gargrad lässt sich klassisch mit Thermometer kontrollieren; im Alltag klappt es aber auch mit Handgefühl. Im Test wurde auf medium gegart und per Drucktest entschieden: fest zusammengepresst wirkt es „durch“, bei lockerem Druck bleibt es „medium“. Das Ergebnis passt dazu: Innen bleibt der Kern rosé, außen ist die Kruste deutlich kross.
Auffällig positiv: Das gelingt nicht nur mit dicken Steaks. Auch ein dünneres Stück – normalerweise die Disziplin, in der man schnell zwischen „versaut“ und „trocken“ landet – kommt hier sauber hin: schnell Röstaromen, dann kurz nachziehen, fertig.
Butter, Saft und Auffangschale: praktisch fürs Servieren
Unter dem Rost sitzt eine Schale, in die im Test Butter (mit Kräutern) gegeben wurde. Beim Grillen läuft Fleischsaft nach unten und sammelt sich dort – das macht das Servieren dank aromatisierter Butter ziemlich dankbar: einfach mit über das Steak geben. Zusätzlich gibt es einen Ablauf und eine Auffanglösung, die das Saubermachen erleichtert, falls Fett oder Saft daneben geht.
Verarbeitung und Reinigung
Das Gerät macht einen robusten Eindruck und besteht laut Praxiseindruck rundum aus Edelstahl. Auch bei der Reinigung zeigt sich der Grill von der alltagstauglichen Seite: Unten lassen sich Teile ablegen oder einweichen, die Auffangschale ist schnell entnommen. Besonders angenehm: Die Seitenwände, an denen das Innenleben hängt, lassen sich durch Anheben herausnehmen und in die Spülmaschine geben.
Wer weniger schrubben will, kann mit einem geeigneten Spray arbeiten, damit sich weniger festbrennt – im Testkontext ist das eher Komfort als Notwendigkeit, weil die Konstruktion schon auf leichtes Reinigen ausgelegt ist.
Der Haken: Griff passt nicht zu den Schalen
Ein echter Komfortdämpfer bleibt der mitgelieferte Verlängerungsgriff: Er ist nicht für die Schalen geeignet. Das ist kein Drama für das Grillergebnis, aber im Alltag ärgerlich, weil ausgerechnet beim Hantieren mit heißen Teilen der „passt schon“-Moment fehlt.
Preis-Eindruck aus dem Test
Der Reiz dieses Oberhitzegrills liegt auch am Preis: Im Testkontext liegt er unter 100 Euro und wirkt damit deutlich zugänglicher als frühere Geräte dieser Klasse. Aktuell: 113,45 €






